Kinderrechte


Die Kinderrechtskonvention stützt sich auf vier Grundprinzipien:

  • Das Recht auf Leben und Förderung der eigenen Entwicklung
  • Das Recht auf Gleichbehandlung und Schutz vor Diskriminierung, unabhängig von Religion, Herkunft und Geschlecht
  • Das Recht auf Wahrung des übergeordneten Wohls des Kindes
  • Das Recht auf Anhörung und Partizipation/Mitbeteiligung

Alle Länder, abgesehen von den USA und Somalia, haben die Kinderrechtskonvention ratifiziert. Die UN-Kinderrechtskonvention markierte einen Wendepunkt in der Geschichte der Menschenrechte: Der Anspruch auf Wohlergehen und Respekt eines Kindes ist seit diesem Zeitpunkt im Gesetz verankert. Dies bedeutet, dass die Unterzeichnerstaaten die Pflicht haben, menschenwürdige Lebensverhältnisse für Kinder und Jugendliche zu schaffen und sie in ihrer Entwicklung zu fördern.

Ein Grossteil der Kinder- und Jugendgesetze weltweit basieren auf der UN-Konvention für Kinderrechte. Das UN-Komitee über die Rechte des Kindes prüft regelmässig die Regierungsberichte über die Umsetzungen der UN-Kinderrechtskonvention.

Kinderrechte heute
Die UN-Kinderrechtskonvention besteht nun seit über 20 Jahren. In dieser Zeit haben sich die Lebensverhältnisse für Kinder und Jugendliche vielerorts stark verbessert. Trotzdem: Millionen von Kindern leben nach wie vor in menschenunwürdigen Verhältnissen. Kinder und Jugendliche sind in vielen Ländern immer noch Opfer von systematischer Gewalt, Ausbeutung und Misshandlung. In vielen Entwicklungsländern bleiben sie Analphabeten, weil sie keinen Zugang zu Bildung haben oder arbeiten müssen. 150 Millionen Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 14 Jahren müssen nach UNICEF Schätzungen jeden Tag arbeiten gehen. Mädchen sind besonders betroffen: Sie müssen im Haushalt helfen, anstatt zur Schule zu gehen. Sie werden jung verheiratet oder sexuell ausgebeutet.

Die Schweiz hat am 24. Februar 1997 die UNO-Kinderrechtskonvention ratifiziert. Für Kinder und Jugendliche in der Schweiz bedeutet das aber nicht, dass ihre Rechte auch wirklich gewährleistet sind. Bei der Umsetzung der Kinderrechte bestehen grosse Unterschiede bei den Kantonen. Die Rechte der besonders verletzlichen Kinder und Jugendlichen wie Kinder mit Migrationshintergrund, Kinder und Jugendliche mit Behinderungen oder Kinder aus wirtschaftlich und sozial benachteiligten Familien müssen in der Schweiz verbessert werden. Pro Juventute setzt sich darum für eine konsequente Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in der Schweiz ein.